Als Vater von drei kleinen Kindern ist das Leben alles andere als langweilig. Der Alltag ist oft ein Balanceakt zwischen Arbeit, Hausaufgaben, Abendessen und den schier unendlichen Wünschen meiner Kleinen. Und dann gibt es noch mich – meinen Wunsch, das Mountainbiken nicht nur als Hobby, sondern als Ausgleich und Energiequelle in meinem Leben zu behalten. Doch wie lässt sich diese Leidenschaft mit den Anforderungen des Familienlebens verbinden? Hier ein paar Gedanken und Strategien, die ich für mich entdeckt habe.
1. Die Kraft der frühen Morgenstunden Eines der ersten Dinge, die ich lernen musste, ist: Wenn du etwas für dich tun willst, dann musst du kreative Zeitfenster finden. Bei mir ist das oft früh morgens. Vor Sonnenaufgang, wenn das Haus noch still ist, schnüre ich die Schuhe, lade mein Bike ins Auto und fahre zur nächstgelegenen Strecke. Klar, der Wecker klingelt früher, aber dieser Start in den Tag gibt mir so viel Energie, dass ich es nie bereue. Und wenn ich zurück bin, wacht meine Familie erst langsam auf.
2. Familienzeit und Hobby kombinieren Warum nicht die Familie einbinden? Natürlich können meine Kinder mit 3, 5 und 7 Jahren noch keine anspruchsvollen Trails fahren, aber wir unternehmen regelmäßig kleine Fahrradtouren durch den Wald. Dabei habe ich immer im Hinterkopf, dass ich ihnen nicht nur die Natur näherbringe, sondern vielleicht auch eine Begeisterung für das Mountainbiken wecken kann. Für anspruchsvollere Touren plane ich dann gezielt Auszeiten für mich selbst.
3. Flexible Planung und Prioritäten setzen Ein wichtiges Learning: Ich kann nicht jede Woche dieselben intensiven Touren fahren wie früher. Aber das muss auch nicht sein. Stattdessen plane ich meine Ausflüge gezielt. Manchmal ist es nur eine Stunde auf der Hausstrecke, ein anderes Mal nehme ich mir bewusst Zeit für eine längere Tour, während die Kinder bei den Großeltern sind. Solche „Freiräume“ müssen natürlich mit meiner Partnerin abgestimmt werden – Teamarbeit ist hier das A und O.
4. Die Bedeutung kleiner Auszeiten Nicht jede Ausfahrt muss episch sein. Ich habe gelernt, dass auch eine halbe Stunde auf dem Rad große Wirkung haben kann. Es geht weniger darum, wie lange oder wie weit ich fahre, sondern darum, den Kopf frei zu bekommen und die Freude am Fahren zu spüren. Oft sind es diese kurzen Momente, die meinen Tag bereichern.
5. Realistisch bleiben und die Erwartungen anpassen Vielleicht das Wichtigste: Ich habe akzeptiert, dass sich mein Hobby gewandelt hat. Früher war Mountainbiken ein dominierender Teil meines Lebens, jetzt ist es eine wichtige, aber nicht die einzige Komponente. Und das ist okay. Die Zeit mit meinen Kindern ist kostbar, und ich weiß, dass sie irgendwann größer werden und ich wieder mehr Freiraum haben werde. Bis dahin genieße ich die Balance, die ich gefunden habe.
Mountainbiken als Familienvater ist definitiv anders, aber nicht weniger erfüllend. Es erfordert Flexibilität, gute Organisation und die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. Doch gerade diese Herausforderungen machen die Momente auf dem Bike umso wertvoller. Und vielleicht fahren meine Kinder eines Tages mit mir gemeinsam über die Trails. Das wäre dann das größte Geschenk.
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